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Bundestagskandidatin der LINKEN: Britta Pietsch

Dann wollen wir mal.mov

DAS WOLLEN WIR

 

335.000 Pflegekräfte haben in den letzten Jahren ihren Beruf verlassen. Als Hauptgrund wurde die nicht zu ertragene Arbeitsdichte und die zu geringe Entlohnung genannt. Dem Pflegenotstand ein Ende zu bereiten, das hat sich die LINKE auf die Fahne geschrieben. Wir wollen Bedingungen schaffen, damit Pflege wieder Zeit für Pflege hat. Patientenorientiert anstatt profitorientiert. Pflege und Gesundheit sind Aufgaben der öffentlichen Hand und dürfen nicht länger dem Markt überlassen werden.

Wir fordern:

  • 100 000 Pflegekräfte mehr in den Krankenhäusern und 100 000 Pflegekräfte mehr in den Pflegeheimen und 500 Euro mehr Grundgehalt! Viele Pflegekräfte können mit attraktiven Arbeitsbedingungen zurückgewonnen werden. Wir brauchen eine gesetzliche Personalbemessung für alle Berufe im Krankenhaus und in Pflegeeinrichtungen!
  • Wir fordern die Abschaffung der Fallpauschalen! Die  Finanzierung der Krankenhäuser über das System der sogenannten Fallpauschalen (DRGs) ist fatal.
  • Wir wollen Krankenhäuser in kommunale und gemeinnützige Hand überführen. Gewinne aus dem Betrieb von Krankenhäusern dürfen nicht in die Taschen von Eigentümern und Aktionären fließen.
  • In den Krankenhäusern wollen wir Personalabbau und Outsourcing stoppen und rückgängig machen. Wir unterstützen die Kämpfe der Beschäftigten für die Rücknahme von Ausgliederungen und Privatisierungen (etwa der Küchen- und Reinigungsdienstleistungen oder der Logistik). Es muss gelten: Ein Haus, ein Tarif!
  • Die Linke lehnt die Einführung von Pflegekammern ab.
  • DIE LINKE setzt sich für eine Stärkung der Qualifizierung und für eine bessere Bezahlung der Gesundheits- und Heilberufe ein. Aus- und Fortbildung in Gesundheitsberufen muss gebührenfrei sein und Arbeitsleistungen während der Ausbildung müssen vergütet werden. Bei der Weiterbildung sollen die Beschäftigten nach ihrem Grundberuf bezahlt werden.

 

Eine neue solidarische Gesundheitsversicherung!

Das Allgemeinwohl muss bei Gesundheit und Pflege im Vordergrund stehen – nicht die Profitmöglichkeiten einzelner Konzerne. Der tatsächliche Bedarf muss für die Planung unserer Gesundheits- und Pflegelandschaft gemessen werden. Die Finanzierung muss auf neue Füße gestellt werden. Wir brauchen eine Solidarische Gesundheitsvollversicherung. Alle zahlen ein, egal ob Multimillionärinnen, Bäckereifachverkäufer, Bundestagsabgeordnete oder Bankangestellte. Alle!

Mit der Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze sinkt der Beitrag für die Krankenversicherung von circa 15 Prozent auf weniger als 12 Prozent des Bruttolohns. Bis zur Einführung einer Solidarischen Gesundheitsversicherung müssen sich die Beiträge für Selbstständige und andere freiwillig in der GKV Versicherte stärker am realen Einkommen orientieren.

  • Für Menschen mit einem Monatseinkommen unter 6.300 Euro sinken die Beiträge in absoluten Zahlen. Der allergrößte Teil der Bevölkerung wird durch dieses Konzept finanziell entlastet, auch viele Selbstständige und Rentner*innen. Arbeitgeber*innen und Versicherte zahlen jeweils die Hälfte, also dann weniger als sechs Prozent.
  • Schluss mit der Zweiklassenmedizin: Wir wollen die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung abschaffen. In die Solidarische Gesundheitsversicherung zahlen alle mit ihren gesamten Einkünften (Erwerbs-, Kapital- und anderen Einkommen) ein und bekommen alle medizinisch notwendigen Leistungen, auch vollumfänglich Medikamente, Brillen oder Physiotherapie.
  • Einige Hunderttausend Menschen haben immer noch keinen Krankenversicherungsschutz – fast vierzehn Jahre nach Einführung der Krankenversicherungspflicht! Deshalb fordern wir, dass alle in Deutschland lebenden Menschen notwendige gesundheitliche Leistungen uneingeschränkt erhalten. Menschen ohne Krankenversicherung müssen ohne Verschuldung aufgenommen werden können. Die Beiträge für Selbstständige und andere freiwillig in der GKV Versicherte müssen sich deutlich stärker am realen Einkommen orientieren.

Eine solidarische Pflege-Vollversicherung

Die Pflegeversicherung deckt die Kosten der Pflege nicht, sie ist eine Teilleistungsversicherung. Immer mehr Menschen können sich gute Pflege nicht leisten, müssen sich verschulden oder geraten in die Sozialhilfe. Wir wollen die Pflegeversicherung grundlegend umbauen: Mit einer verlässlichen, gerechten und zukunftsfesten Finanzierung können wir gute Arbeitsbedingungen und gute Pflege sicherstellen. Zeit für aktivierende Pflege und zum Zuhören, für Zuwendung und Förderung muss enthalten sein. Zu den Pflegeleistungen gehört Assistenz für Menschen mit Behinderung. Assistenzleistungen sollen möglichst lang die Teilhabe am öffentlichen Leben sichern.

  • Unsere Solidarische Pflegevollversicherung deckt alle pflegerischen Leistungen ab. Menschen mit Pflegebedarf und ihre Familien müssen keinen Eigenanteil zahlen. Keine Pflegeleistung darf aus Kostengründen verweigert werden.
  • Pflegeleistungen sollen in hoher Qualität von gut bezahlten Fachkräften erbracht werden. Familiäre Pflege und nachbarschaftliches Engagement können ergänzend und nicht aus der Not heraus geleistet werden. Wer auf Sozialhilfe angewiesen ist, erhält dieselben Leistungen wie alle anderen Menschen mit Pflegebedarf.
  • Die private Pflegeversicherung muss in die gesetzliche überführt werden. Die finanziellen Lasten müssen gerecht auf allen Schultern verteilt werden: auch Beamt*innen, Abgeordnete und Selbstständige müssen entsprechend ihrem Einkommen in die Solidarische Pflegevollversicherung einzahlen – ohne eine Beitragsbemessungsgrenze, die Millionäre schont.

 

Um das Land fit für die Zukunft zu machen, brauchen wir den sozial-ökologischen Umbau. Das kostet! Als einzige im Bundestag vertretene Partei, nimmt DIE LINKE keine Spenden von Konzernen. Ergo haben wir auch keine Scheu, Superreiche und Konzerne gerecht zu besteuern. Solang eine Pflegekraft oder eine Kleinunternehmerin mehr Steuern zahlt als Amazon, läuft hier was gewaltig schief. Konzerne in die Pflicht nehmen, untere und mittlere Einkommen entlasten, dafür kämpfen wir!

Noch nie waren Einkommen und Vermögen so ungleich verteilt. Immer größere Vermögen haben sich in immer weniger Händen konzentriert: Zwei Drittel aller Vermögen sind in der Hand der oberen 10 Prozent der Bevölkerung. Dem privaten Reichtum steht eine verarmte öffentliche Infrastruktur gegenüber: Bibliotheken und Schwimmbäder schließen, Personal im Krankenhaus wird gekürzt, um notwendige Reparaturen finanzieren zu können, Bus und Bahn kommen auf dem Land nur noch selten und sind in der Stadt oft überfüllt, weil die Kapazitäten nicht ausreichen. Hier würden die Einnahmen aus einer Millionärsteuer besonders helfen: Sie geht an die Länder und kann die öffentliche Infrastruktur stärken.

 

Deshalb forden wir:

  • Eine Vermögensteuer mit einem progressiven Tarif und einem Freibetrag für Privatvermögen von 1 Mio. Euro pro Person (ohne Schulden). Wer etwa mit einer Eigentumswohnung in der Innenstadt »Papier-Millionär« ist, wird nicht belastet. Dies ist insbesondere wegen der Entwicklung der Immobilienpreise wichtig, die zu massivem Vermögenszuwachs für Eigenheimbesitzer führten, die aber im Unterschied zu großen Immobilienhaien nicht mit hohen Renditen einhergehen. Der Freibetrag für Betriebsvermögen liegt bei 5 Millionen Euro. Altersvorsorge soll von der Steuer ausgenommen werden. Der Eingangssteuersatz der Vermögensteuer startet bei 1 Prozent und steigt bis zu einem Nettovermögen von 50 Millionen Euro stetig an. Ab 50 Millionen Euro greift der Höchststeuersatz von 5 Prozent. Das ist angemessen, weil große Vermögen besonders hohe Renditen abwerfen. Zudem ist bei sehr großen Vermögen auch eine Umverteilung zulasten von Vermögenssubstanz erforderlich. Die geschätzten Einnahmen liegen dann jährlich bei über 50 Milliarden Euro.
  • Vermögensabgabe. Starke Schultern tragen mehr: Für die Bewältigung der Corona-Krise wollen wir eine Vermögensabgabe erheben. Diese soll für Nettovermögen über 2 Millionen Euro (für Betriebsvermögen sind 5 Millionen Euro Freibetrag) erhoben werden. Die Vermögensabgabe ist progressiv von 10 bis 30 Prozent gestaffelt und kann über 20 Jahre in Raten gezahlt werden. Die jährliche Belastung des Nettovermögens beträgt somit zwischen 0,1 und 1,5 Prozent. Die geschätzten Einnahmen liegen bei 310 Milliarden Euro über 20 Jahre.
  • Steuerhinterziehung: Geldwäsche und Subventionsbetrug wollen wir wirksamer bekämpfen und somit Steueroasen – auch »made in Germany« – austrocknen. Dafür wollen wir eine Bundesfinanzpolizei aufbauen und das Personal im Steuervollzug bedarfsgerecht aufstocken. Es ist realistisch, mit  einem konsequenteren Steuervollzug und der Bekämpfung von Steuerhinterziehung in Steueroasen jährlich etwa 15 Milliarden Euro mehr einzunehmen.einem konsequenteren Steuervollzug und der Bekämpfung von Steuerhinterziehung in Steueroasen jährlich etwa 15 Milliarden Euro mehr einzunehmen.
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  • Erbschaftsteuer: Reichtum wird vererbt – meist ohne dass nennenswerte Steuern bezahlt werden. Gerade die Superreichen können ihr Millionenvermögen in Unternehmensanteilen steuerfrei vererben oder verschenken. Wir werden dafür sorgen, dass die Steuerschlupflöcher geschlossen werden. Zu dem Zweck sollen die heute existierenden Privilegien für Betriebsvermögen bei Erbschaften und Schenkungen entfallen. Wir werden die Erbschaftssteuer auf hohe Erbschaften erhöhen. Normales, selbstgenutztes Wohneigentum bleibt freigestellt. Mehreinnahmen im Jahr: 8 bis 10 Milliarden Euro.
  • Die Unternehmensteuern wurden schon vor Jahren massiv gesenkt. Die Körperschaftssteuer muss wieder auf 25 Prozent erhöht werden. Wir wollen den Wettlauf der Unternehmen um Steuervermeidung unterbinden und drängen auf europaweite Mindestsätze für Unternehmenssteuern. Wir werden sicherstellen, dass Unternehmen und Konzerne sich nicht den Steuern entziehen. Megakonzerne wie Amazon wurden in der Corona-Krise noch mächtiger, zahlen aber kaum Unternehmenssteuer. Wir brauchen deshalb eine Steuerreform, die solche Konzerne stärker am Ort der Umsätze besteuert.
  • Finanztransaktionssteuer: Wir dämmen die Spekulation auf den Finanzmärkten ein. Bei jeder Finanztransaktion soll ein Steuersatz von 0,1 Prozent fällig werden. Die eingenommenen Gelder sollen einerseits für eine nachhaltige Entwicklung in den Ländern des Südens und für globalen Klimaschutz und andererseits für den sozialökologischen Umbau unserer Industriegesellschaft genutzt werden.
  • Umsatzsteuer: Für arbeitsintensives Handwerk, Produkte für Kinder und Arzneimittel wollen wir ermäßigte Steuersätze.

Derzeit fehlen mehr als fünf Millionen Wohnungen für Menschen mit kleinem Einkommen. Immer mehr Menschen brauchen bezahlbaren Wohnraum. Die Mietpreise haben sich innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt. Selbst Menschen mit durchschnittlichem Einkommen finden nur noch schwer bezahlbare Wohnungen. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Zahl von Sozialwohnungen fast halbiert. Auch hier in Viersen steigen die Mietpreise. 12,- Euro den Quadratmeter ist keine Seltenheit mehr. Wer kann und soll das bezahlen?

 

Deshalb fordern wir:

  • Mit 15 Milliarden Euro im Jahr wollen wir dagegenhalten – indem wir den sozialen Wohnungsbau retten, den kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau ankurbeln, den vorhandenen Wohnungsbestand energetisch und demografiefest umbauen, Die öffentliche Hand werden wir mit einer Reform des Baugesetzbuches dazu befähigen, den Bau von Sozialwohnungen gegenüber Investoren auch tatsächlich durchzusetzen.
  • Wir wollen überall einen prozentualen Mindestanteil von Sozialwohnungen, um eine Mischung der Viertel sicherzustellen und den Trend zur Bildung von Parallelgesellschaften der Reichen in Innenstädten und Villenvierteln zu stoppen. 50 Prozent des Wohnungsbestands in öffentlicher und gemeinnütziger Hand. Das Modell Wien zeigt: Günstiger Wohnraum in gutem Zustand und mit hoher Wohnqualität für die Mehrheit der Menschen ist möglich! Perspektivisch wollen wir den Wohnungsbestand komplett dem Markt entziehen.

Die ökologische Krise ist – neben den Kriegsgefahren – die große Überlebensfrage des 21. Jahrhunderts. Dabei geht es längst nicht nur um den Klimawandel. Die Umweltforschung geht davon aus, dass von neun »planetaren Grenzen« (also physikalischen Grenzen des ökologischen Erdsystems) fünf bereits überschritten sind. Erderwärmung, massenhaftes Artensterben, die Verschmutzung der Atmosphäre mit Aerosolen, die Störung der Phosphor- und Stickstoffkreisläufe, die Zerstörung von Wäldern und die Vermüllung der Meere – jedes dieser Probleme hat das Potenzial, unserer Gesellschaft die materielle Grundlage zu entziehen. Die Corona-Pandemie hat uns das vor Augen geführt: Die Zerstörung natürlicher Lebensräume lässt die Wahrscheinlichkeit von Pandemien rasant steigen. Diesen verheerenden Prozess der Naturzerstörung müssen wir stoppen!

Für uns LINKE steht fest: Die Umweltzerstörung ist von den sozialen Verhältnissen im Kapitalismus nicht zu trennen. Studien weisen schon lange darauf hin, dass der »ökologische Fußabdruck« extrem ungleich verteilt ist. Das gilt nicht nur für das Verhältnis zwischen reichen und armen Staaten, sondern auch für Deutschland selbst. Während die Reichsten für einen überdurchschnittlichen Anteil der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, sind die Armen von Umweltveränderung und Verschmutzung am stärksten. betroffen. Wer Vermögen besitzt, kann sich vor Hitze, Trockenheit und Überschwemmung in Sicherheit bringen. Die Armen können das nicht. Die Naturzerstörung bedroht materielle Lebensgrundlagen und wird deshalb selbst zur sozialen Frage.

Einstieg in ein neues Wohlstandsmodell

Es geht auch um ein neues Wohlstandsmodell: Mit der sozialökologischen Investitionsoffensive und einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung in Richtung der kurzen Vollzeit (28 bis 35 Stunden bei vollem Lohn- und notwendigem Personalausgleich) schaffen wir sichere und sinnvolle Arbeit für alle und mehr Zeitwohlstand. Dadurch können wir im Laufe von 10 Jahren über 2 Millionen neue, gut bezahlte Arbeitsplätze mit Zukunft schaffen. Arbeitsplätze, die mittelfristig durch Digitalisierung und Rationalisierung, Strukturwandel und ökologische Modernisierung verloren gehen, werden mehr als kompensiert.

Ökologisch zerstörerische oder von den Beschäftigten als sinnlos erlebte Arbeit, schlecht bezahlte McJobs, werden durch gute und sinnvolle Arbeit ersetzt. Die Menschen, die die Gesellschaft am Laufen halten erhalten bessere Arbeitsbedingungen und werden besser bezahlt. Damit geht die Aufwertung der sozialen Berufe einher. 

Zu einer gerechten Transformation gehört, dass sich Beschäftigte, die den Beruf und die Branche wechseln, weiterqualifizieren können, ohne ihr Einkommen zu gefährden. Für die Zeit der Weiterbildung wollen wir ein Weiterqualifizierungsgeld einführen, das 90 Prozent des letzten Gehalts beträgt. Das Weiterbildungsgeld wird anteilig über die Agentur für Arbeit und einen Fonds finanziert, in den Unternehmen einzahlen.

Industriearbeitsplätze mit Zukunft schaffen

Die Zukunft der Industriestandorte berührt viele Regionen. Familien und Nachbarschaften sind betroffen, die Einnahmen der Kommunen und ihre soziale Infrastruktur. Die Industriepolitik der Bundesregierung folgt den falschen Prioritäten: an erster Stelle stehen die Profite der großen Exportkonzerne, nicht die mittelfristige Zukunft der Beschäftigten, Klimaschutz und der Nutzen für die Gesellschaft. Die Abhängigkeit der Industriestruktur in Deutschland vom Export und von der Autoindustrie ist eine wirtschafts- und industriepolitische Sackgasse.

Die Industriestruktur muss regionaler, krisenfester und unabhängiger vom Export werden – und die Industrie perspektivisch klimaneutral produzieren. Anders als Konzepte von Strukturwandel in der Vergangenheit geht es nicht um Subventionen von Konzernen und eine gewisse »soziale Abfederung« der Folgen von Krisen, sondern um eine bessere Zukunft für die Beschäftigten in der Industrie.  Unser Ziel ist es, dass die Industrie bis 2035 klimaneutral, nachhaltig und energieeffizient produziert und die Industriestruktur in Deutschland unabhängiger vom Export von Autos, Waffen, Sicherheitstechnik und umweltschädlichen Formen der Chemieproduktion wird. Wir wollen mit Gewerkschaften zusammen einen Prozess der Rüstungskonversion auf den Weg bringen und sinnvolle Arbeitsplätze für die Beschäftigten. Für eine neue Industriepolitik muss das Prinzip gelten: Es dürfen keine Arbeitsplätze verlagert werden, bevor nicht neue, gleichwertige Arbeit geschaffen wurde.

 

Wir fordern statt Subventionen für Aktionärsrenditen einen Rettungsschirm für Industriearbeitsplätze, der für sichere und sinnvolle Arbeit in der Zukunft sorgt:

  • Keine Steuergelder ohne Gegenleistung – staatliche Gelder (egal ob direkte Hilfszahlungen oder versteckte Subventionen) müssen an langfristige Garantien von Arbeitsplätzen, Tarifverträgen und an verbindliche Investitionspläne gebunden werden, um den notwendigen ökologischen Umbau der Produktion voranzutreiben, Planungssicherheit und sichere Einkommen für die Beschäftigten zu garantieren.
  • Vetorechte gegen Kahlschlag, Mitbestimmung über die Zukunft. Die Belegschaften müssen bei Entscheidungen über Standortverlagerungen, -schließungen und -auslagerungen, bei Massenentlassungen und bei Entscheidungen über Zukunftsinvestitionen mitbestimmen! Betriebsräte müssen auch in wirtschaftlichen Fragen ein Mitbestimmungsrecht bekommen und alle wichtigen Unternehmensentscheidungen müssen von Belegschaftsversammlungen bestätigt werden.
  • Die Bundesregierung muss, zusammen mit den Belegschaften, den Gewerkschaften, Wissenschaft, Umwelt- und Sozialverbänden einen verbindlichen Zukunftsplan für die Industrie entwickeln, der für eine CO2-neutrale Industrieproduktion bis spätestens 2035 sorgt und mit Arbeitsplatz- und Einkommensgarantien für die Beschäftigten verbunden ist. Die Industriekonzerne müssen verpflichtet werden, diesen Umbau in die Wege zu leiten – sie sind gemäß dem Grundgesetz auf das Gemeinwohl zu verpflichten. Bei der Finanzierung der ökologischen Modernisierung der Produktion wollen wir die Konzerne und Aktionäre in die Pflicht zu nehmen. Zur Erinnerung: Alleine Daimler, VW und BMW hatten im vergangenen Jahr Gewinnrücklagen in Höhe von knapp 180 Milliarden Euro.
  • Ein Industriefonds über 20 Milliarden Euro im Jahr: Mit einem staatlichen Transformationsfonds über 20 Milliarden Euro im Jahr soll der notwendige ökologische Umbau insbesondere in der Autozulieferindustrie unterstützt werden. Von diesem Fonds profitieren nur Betriebe, die Arbeitsplätze sichern, gute Löhne und flächendeckende Tarifverträge haben.
  • Ein Investitionsprogramm für einen zukunftssicheren Umbau hin zu einer klimaneutralen Stahl- und Grundstoffindustrie (u. a. mit Einsatz von grünem Wasserstoff). Staatliche Hilfsgelder darf es nur mit demokratischer Kontrolle und im Gegenzug zu öffentlichen Eigentumsanteilen an den Stahlkonzernen und einer stärkeren Mitbestimmung der Belegschaften geben.
  • Wir wollen ein sozial wie klimagerecht ausgerichtetes Lieferkettengesetz. Dieses muss die CO2-Bilanz in der gesamten Wertschöpfungskette einbeziehen. Es beinhaltet eine wirksame Haftungsregel, um die Rechte von Betroffenen in Rohstoffabbaugebieten zu stärken und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Einfuhr von seltenen Rohstoffen, die in Konfliktregionen gefördert werden, wollen wir beenden. Deshalb sprechen wir uns für ein Zertifizierungsgebot aus. Daten über den Ressourcenverbrauch sollen für die gesamte Lebensdauer eines Produkts erhoben werden. Die Unternehmen müssen diese Daten offenlegen. (vgl. Kapitel »Welthandel«)

 

Am 6.November 1963 wurde ich im St. Irmgardis Krankenhaus als Tochter einer Bankangestellten in Süchteln geboren. Hier ging ich in den Kindergarten, zur Gemeinschaftsgrundschule und danach auf das Humanistische Gymnasium Viersen. Meine Jugend verbrachte ich, wie so viele meines Jahrgangs, im evangelischen Jugendheim und im Jupphaus. Später dann hingen wir auf dem Monte ab, gingen in Discos oder auf Feten. Als ich dann Interrail entdeckte, war ich ab dann jeden Sommer mit Rucksack per Bahn und Boot in ganz Europa unterwegs. Wir waren schmutzig aber glücklich.

Meine Ausbildung zur Krankenschwester machte ich im St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln und legte dort 1988 mein Examen ab. Danach ging ich nach Hamburg und arbeitete an der Universitätsklinik Eppendorf und auf der Intensivstation des Hafenkrankenhauses, was dem Tropeninstitut angeschlossen war. Mein Plan war, als internationale Krankenschwester nach Indien zu gehen und dort in der Entwicklungshilfe zu arbeiten. Nach Indien bin ich nie gekommen, aber sonst war ich viel unterwegs. Aus beruflichen Gründen habe ich in Hamburg, Köln, Berlin und Bruchsal gelebt. Für einige Jahre habe ich meinen Beruf verlassen und habe am Theater, fürs Fernsehen und beim Film gearbeitet und bin dann aber wieder zurück in meinem alten Beruf gekehrt. Ich mach‘ es kurz, ich habe über 20 Jahre am Bett gestanden und hatte die Möglichkeit viele unterschiedliche Fachgebiete in meinem Beruf kennen zu lernen.

Doch dann kam die Agenda 2010, die de facto Abwicklung des Sozialstaates. Selbst vor dem Gesundheitssektor machte sie keinen Halt! So wurde durch die Einführung der Fallpauschale die Versorgung der Patienten dem Markt überlassen. Mir wurde ziemlich schnell klar, dass hier etwas passiert, was brandgefährlich für unsere Gesellschaft ist. Das politisierte mich zutiefst und so schloss ich mich 2004 einer Gruppe von Menschen an, die ähnlich dachte, und gründete die WASG, eine der Quellparteien der Partei DIE LINKE. mit.

Seit der Gründung der Partei DIE LINKE wurde ich von meiner Partei in unterschiedliche Leitungsgremien der Kreis- Landes- und Bundesebene gewählt.

2020 bin ich als stellvertretende Landesvorsitzende meiner Partei erneut gewählt und zur gesundheitspolitische Sprecherin der LINKEN.NRW ernannt worden. Als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Rat der Stadt Viersen und sachkundige Bürgerin in unserer Kreistagsfraktion im Gesundheitsausschuss bin ich kommunal tief verankert.

Verheiratet bin ich auch - mit einem Kempener! Kennengelernt haben wir uns aber in Berlin, im letzten Jahrtausend. Ja ich weiss, das hätte man einfacher haben können. Haben wir auch gedacht.

Ich liebe es zu tanzen, zu backen und liebe das Meer und obwohl ich gerne reise, bin ich doch ziemlich heimatverbunden.

In der Regel findet man mich da, wo die Menschen sind. Egal ob auf Demos oder in der Stadt. Und da ich viel den ÖPNV nutze, oft auch auf Bahnsteigen und an Bushaltestellen, wo ich aufgrund der ständigen Verspätungen von Bus und Bahn – auch so ein Thema - oft die besten Gespräche führe.

Das Engagement für eine bessere Welt macht mir bis heute nicht nur viel Spaß, sondern ich hielt es von Anfang an für den richtigen Weg, sich parteipolitisch einzubringen. Zu Hause sitzen und Meckern allein hilft eben nicht! Deshalb war es für mich die logische Konsequenz in der LINKEN auch aktiv zu sein.

Politik ist nur dann gut ist, wenn sie die Bedürfnisse, Wünsche, Ängste und Freuden der Menschen kennt. Das ist meine Überzeugung.

Ich stehe für eine Politik, die konsequent sozial ist und bin der felsenfesten Auffassung, dass eine Welt ohne Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt möglich ist. Dafür kämpfe ich.