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Bericht des Pressesprechers
13. September 2009 Bericht des Pressesprechers

Diskussionsveranstaltung mit Landwirtinnen und Landwirten

Andreas Bergmann, Referent für Landwirtschaft und Tourismus der Bundestagsfraktion DIE LINKE mit Landwirtinnen und -wirten des Niederrhein neue Ansätze zur Landwirtschaftspolitik.

In Kempen diskutierten Dorothee Lindenkamp, Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) am Niederrhein, Karl-Josef Vermöhlen, Beiratsmitglied beim Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und Andreas Bergmann, Referent für Landwirtschaft und Tourismus der Bundestagsfraktion DIE LINKE mit Landwirtinnen und -wirten des Niederrhein neue Ansätze zur Landwirtschaftspolitik.

Neben Fragen zur Einrichtung gentechnikfreier Zonen am Niederrhein standen die aktuellen Probleme der Milchbauern im Vordergrund. Es wurde festgestellt, dass gerade im Milchviehbereich z. Zt. eine brutale „Marktbereinigung“ vorangetrieben wird, und zwar durch eine gezielte Erhaltung und Vermehrung der Überproduktion von Milch. Pro Kuh und Monat entstehe so ein Verlust von 100 €.

Dies liege daran, dass sich die EU-Landwirtschaftspolitik nicht an den Interessen der kleinen und mittleren Bauern und dem langfristigen der Verbraucher, sondern denen der Exportwirtschaft und der Großproduzenten von Milch orientiere. Ihr Ziel sei eine Industrialisierung der Landwirtschaft, wie sie die Sauenhalter mit der Vernichtung kleiner und mittlerer bäuerlicher Existenzen bereits hinter sich haben.

Auf den ersten Blick sei es für den Verbraucher ja attraktiv, die Milch möglichst billig in der Kühltheken der Discounter vorzufinden, er müsse sich nur bewusst machen, dass der derzeitig vor sich gehende Konzentrationsprozess im Ergebnis zur Bildung von Monopolen führen werde, die die Milchpreise diktieren können. Dann werde er die Zeche bezahlen. Seit Beginn dem Preisverfalls, hätten in Deutschland bereits mehr als 3.500 Produzenten aufgeben müssen, wobei die große Welle erst noch bevorstehe, da die Betriebe zunächst ihre Substanz verzehrten.

Die mit dem Argument der Globalisierung des Weltmarktes, auf dem man konkurrenzfähig bleiben müsse, hochgezogenen Ställe und Großanlagen bezahle schon jetzt der Steuerzahler, doch die Milch sei in diesen Mengen gar nicht mehr absetzbar. Bereits derzeit habe die EU 400.000 Tonnen Milchpulver angehäuft.

Die neoliberale These von der Freiheit der Märkte, die sich selbst regulierten, mache eine Steuerung der Landwirtschaft nach einheimischen Interessen unmöglich. Doch europäische Agrarprodukte überschwemmten auch Entwicklungsländer und zerstörten dort die traditionelle Landwirtschaft. Deshalb sei es auch in deren Sinne, wenn sich die europäische Landwirtschaftspolitik an europäischen Hersteller- und Verbraucherinteressen und nicht angeblichen Notwendigkeiten des Weltmarktes orientiere. Dass dies möglich sei, zeige das Beispiel Kanadas. Obwohl die Strukturen dort ähnlich seien wie in den USA und die Milch die Verbraucher in beiden Ländern fast das Gleiche koste, erhalte eine Farmer in den USA 14 cent, in Kananda jedoch 54 cent pro Liter.

In Frankreich beginne bereits ein neuer Erzeugerstreik der Milchproduzenten, dieser könne in den nächsten Wochen auf Deutschland übergreifen. Deshalb vereinbarten die Vertreter der landwirtschaftlichen Verbände und die anwesenden Mitglieder DER LINKEN in den Kreistagen und Stadträten des linken Niederrhein, in Kontakt zu bleiben um bei künftigen Aktionen Unterstützung zu organisieren.

 

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Interview                                                   Interview