Freitag, 21. Januar 2011 im Büro der Partei DIE LINKE in Süchteln. Helga Ebel, Leiterin der Krebsberatungsstelle und Krebsselbsthilfe-Kontaktstelle Städteregion Aachen e.V. referiert in vollkommen überzeugender Weise über das bestehende Gesundheitswesen in Deutschland, das schlechteste in Eu- ropa, vier Stellen hinter Bolivien. 130 Jahre Solidarprinzip im Gesundheits-
Gesundheitswesen sind einem pharmaindustriell korrumpierten Zustand gewichen, mehr als 20 Milliarden fließen Jahr für Jahr in illegale Kanäle, Krankheit wird zur Ware, an der heute viel schnelles Geld verdient werden kann.
Dickmacher in Lebensmitteln, Handgeld für Ärzte bei Besuchen von Pharmareferenten, erfundende Krankheiten, die Behauptung „jeder sei an seiner Krankheit selbst schuld“, Verunsicherung und Ausbeutung auf der ganzen Linie des Gesundheitswesen. Dabei belegen europaweite Studien recht deutlich die Situation: Regionen und Bezirke, in denen sozial gut abgesicherte Menschen leben sind v i e l weniger von Krankheit betroffen als Gebiete, in denen Menschen in sozialer Armut leben. Soziale Armut ist die Hauptursache vieler Krankheiten, darum die Forderung der Referentin, Gesundheit als vollwertiges Menschenrecht anzuerkennen.
Bereits heute bilden sich Ärztegruppen wie MEZIN, die Pharmareferenten an der Praxistür abweisen. MEZIN (Mein Essen Zahl Ich Selbst) ist eine Bewegung von Ärzten, die den Kreislauf von pharmazeutischen Menschenexperimenten durchbrechen will, die Praxen der angeschlossenen Ärzte besitzen bereits so viel Zulauf an Patienten, dass sie kaum noch neue Patienten annehmen können.
Viele Besucher waren am Thema stark interessiert, die Büroräume fassten kaum die zahlreichen Interessenten. Nach dem Vortrag von Helga Ebel begann eine emotional stark aufgeladene Diskussion, die mehr Rechte und Mitsprache der Patienten im gesamten Gesundheitsbereich einforderte. Die weitere Aufarbeitung des Themas wird jetzt in einem Arbeitskreis der Linken fortgeführt.
Salvatore Minten