25. Oktober 2010 Monika Brands

DIE LINKE. Viersen eröffnete Bürgerbüro mit zahlreichen Gästen

Eröffnung des Bürgerbüros DER LINKEN. Viersen

Gut besucht war die offizielle Eröffnung des Bürgerbüros DER LINKEN. Viersen auf der Tönisvorster Str. in Süchteln,  das den Namen Patrice Lumumba-Treffpunkt trägt. Der erste schwarze Ministerpräsident Afrikas war 1961 im Kongo ermordet worden, weil er die reichhaltigen Bodenschätze des Landes sozial gerecht nutzen wollte. Er wurde mit Hilfe der belgischen Kolonialherren und des CIA gestürzt und ermordet. „Lumumba wird nicht nur in seiner  Heimat und ganz Afrika verehrt, wir haben auch hier im Kreis bei der Bekanntgabe der Namenswahl viel Zustimmung erhalten“,  so Kreissprecher Detlev Brands.

In einer launigen Rede berichtete Gunhild Böth, Vizepräsidentin des Landtages NRW, von den ersten Erfahrungen der neuen Landtagsfraktion DER LINKEN. Die Fraktion sei sehr rührig, von 64 parlamentarischen Initiativen, die in zahlreichen Medien der Landesregierung zugeschrieben wurden, kämen 27 von DER LINKEN. Gut entwickelten sich die Kontakte der Fraktion, z. B. zu den Studierendenvertretungen im Kampf für die sofortige Abschaffung der Studiengebühren.

Viel Aufmerksamkeit fand die Rede des kubanischen Gesandten in der Bundesrepublik Deutschland Sr. Rodriguez Ruiz. Er war Gast der Eröffnung, da Che Guevara an der Spitze einer kubanischen Gruppe im Kongo an der Seite der Lumumbisten gekämpft hatte. Dass Kuba in Lateinamerika, Asien und ganz Afrika einen guten Namen habe, so der Redner, käme nicht von ungefähr, schließlich habe sein Land zahlreiche politische, medizinische und militärische Unterstützung, auch  bei der Durchsetzung nationaler Unabhängigkeit geleistet. Er selbst habe als Freiwilliger in Angola gegen die Apartheidarmee Südafrikas gekämpft.

Kuba werde die Vision einer gerechten Welt nicht aufgeben, zwinge Niemandem sein System auf und erwarte dies auch von Anderen ihm gegenüber. „Natürlich“, so der Diplomat selbstbewusst, „machen wir beim Aufbau einer neuen Gesellschaft Fehler. Doch das wissen wir selbst und setzen uns selbstkritisch damit auseinander.“ In Lateinamerika entwickle sich eine neue Qualität von politischer und ökonomischer Zusammenarbeit, für die sein Land immer schon eingetreten sei, viele Staaten trügen zur wachsenden Rolle Lateinamerikas bei. In der UNO stünde bald wieder die Verurteilung des Wirtschaftsboykotts der US-Regierung gegen Kuba auf der Tagesordnung und wie zuletzt würden sich dem wieder nur die USA, Israel und die Marshallinseln verweigern. Er forderte eine Freilassung 5 kubanischer Bürger, die aus politischen Gründen in den USA verurteilt worden seien.      

„Nach vier erfolgreichen Wahlen und dem Einzug in den Kreistag und Stadtrat Viersen,“ so Kreissprecherin Monika Brands in ihrer Eröffnungsansprache, „ stehen wir nun vor dem nächsten großen Schritt für unseren Kreisverband, mit unserem Parteibüro, dass eine feste Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger, werden soll. Hier sollen Hilfe angeboten, Kontakte geknüpft und gefestigt werden.“ Die Kommunalpolitikerin weiter:  „Diese Verbindung parlamentarischer Arbeit und außerparlamentarischer Aktion ist uns besonders wichtig, wie unser regelmäßiges Erscheinen vor ARGE und Süchtelner Tafel zeigen.“

Nachdem Gunhild Böth und Sr. Rodriguez Ruiz das Bürgerbüro symbolisch eröffnet hatten, gab Christoph Saßen, Vorsitzender der Gruppe DER LINKEN im Kreistag und ihrer Fraktion im Viersener Stadtrat, das türkische Buffet frei. Anschließend fanden an der aufgebauten Bar Lumumba und kubanische Cocktails zu afrikanischen und kubanischen Rhythmen reichlich Abnahme.